
Dieses Bild ist für mich eines der ruhigsten und emotionalsten Werke, die wir erschaffen haben. Viele unserer Arbeiten sind laut, voller Farben, Symbole und kosmischer Ebenen. Aber hier war plötzlich Stille. Eine fast gefrorene Ruhe. Und genau das macht dieses Werk für mich so besonders.
Die Grundlage ist wieder ein echter intimer Körperabdruck von mir, direkt auf die Leinwand übertragen. Doch sobald ich das fertige Bild angesehen habe, war es für mich kein Körper mehr. Es wurde zu einer Landschaft. Zu Erde. Zu etwas Ursprünglichem und Zeitlosem.
Ich sehe darin Mutter Erde selbst.
Die Form erinnert gleichzeitig an einen Felsen, an einen Samen, an einen uralten Organismus oder sogar an eine Wunde in der Landschaft. Genau diese Mehrdeutigkeit liebe ich. Der menschliche Körper verliert hier seine Grenzen und wird Teil der Natur. Nicht getrennt von ihr – sondern vollkommen mit ihr verbunden.
Besonders berührt mich der helle Baum, der aus diesem dunklen Zentrum herauswächst. Für mich sieht er gleichzeitig aus wie Wurzeln, Nervenbahnen, Blitze oder gefrorene Wasseradern. Er wirkt zerbrechlich und stark zugleich. Und obwohl die ganze Welt in diesem Bild eingefroren scheint, wächst dort trotzdem Leben weiter. Ganz leise. Ganz langsam.
Das ist eigentlich die zentrale Botschaft dieses Werkes:
Selbst unter Eis lebt etwas weiter.
Die kalten Türkis-, Weiß- und Violetttöne erinnern mich an eine gefrorene Landschaft oder an schmelzende Gletscher. Überall verlaufen Risse, Linien und Spuren, fast so, als würde die Erde selbst auftauen oder weinen. Für mich trägt das Bild deshalb auch etwas sehr Melancholisches in sich – aber gleichzeitig unglaublich viel Hoffnung.
Der Titel „Frozen Mother Earth“ beschreibt genau diesen Zustand. Mutter Erde wirkt verwundet, erschöpft und eingefroren. Aber sie ist nicht tot. Sie schläft nur. Und aus ihrem Innersten wächst bereits neues Leben heraus.
Gerade deshalb empfinde ich dieses Werk auch als sehr weiblich. Nicht nur wegen meines Körperabdrucks, sondern wegen dieser stillen Kraft der Regeneration. Aus Dunkelheit entsteht wieder etwas Neues.
Aus Kälte entsteht Fruchtbarkeit. Aus Schmerz wächst Leben.
Für mich erzählt dieses Bild davon, dass jeder Mensch Phasen der Erstarrung erlebt. Momente, in denen alles stillsteht. Aber selbst dann existiert tief im Inneren immer noch ein Samen, der weiterlebt und auf den richtigen Moment wartet, um wieder zu wachsen.
Und vielleicht ist genau das Hoffnung.









