
„Ich bin alles und nichts.“
Seit jeher reflektiere ich meine Sicht-Weisen.
Sie unterscheiden sich von vielem, verzerren konstruierte Wirklichkeiten und führen letztendlich alles wieder zurück zum Ursprung – zum Reinen, zum Wahrhaftigen. Zu einer urtümlichen Sehnsucht nach Verbindung, Erinnerung und Echtheit.
Es ist ein Weg zurück und gleichzeitig ein Weg nach vorne.
Ein Weg, der niemals stillsteht, weil das Leben selbst niemals stillsteht. Dinge passieren. Menschen begegnen einander. Energie verdichtet sich. Etwas entsteht. Und irgendwann erkennt man, dass man gar nicht anders kann.
„Kunst kommt von nicht anders können.“
(Alexander G. Zakharov)
Ich kann nicht anders.
Mein innerer Anspruch war immer die Suche nach wahrer Kunst – nach einer Kunst, die sich nicht erklärt, sondern mitteilt. Direkt. Roh. Berührend. Wahre Kunst entsteht nicht aus Strategien, Trends oder dem Wunsch zu gefallen. Sie entsteht aus Notwendigkeit.
Sie besitzt eine eigene Sprache.
Eine eigene Eitelkeit.
Eine eigene Seele.
Und vielleicht erkennt man echte Kunst genau daran: dass sie unverwechselbar ist.
Mich hat nie interessiert, mich einem Markt anzupassen oder Inhalte zu produzieren, die Erwartungen bedienen. Zu entsprechen entkräftet. Es nimmt der Kunst ihre Lebendigkeit. Wahre schöpferische Energie entsteht erst dort, wo Kontrolle endet und Ehrlichkeit beginnt.
„Die lebendige, die wahre Kunst berührt ihren Betrachter durch ihre Einzigartigkeit.“
Berührung.
Berührt werden.
Genau dort beginnt für mich Kunst.
Meine Arbeiten bewegen sich zwischen organischen Strukturen, Körperlichkeit, Spiritualität, Erinnerung und kosmischen Landschaften. Viele Werke entstehen intuitiv aus Schichten, Linien und Bewegungen heraus – oft auf Basis realer Körperabdrücke, gemeinsamer Prozesse mit unseren Kindern und persönlicher Erfahrungen. Gemeinsam mit Nadin entstehen dabei Bildwelten, die nicht geplant wirken, sondern eher freigelegt – wie innere Zustände, die plötzlich sichtbar werden. Ich verwende dabei keine herkömmlichen Pinsel und Farben, sondern arbeite nur mit Acryl-Farb-Stiften und ein wenig Airbrush um dem ganze eine gewisse Tiefe zu geben…
Der menschliche Körper spielt dabei eine zentrale Rolle. Nicht als Objekt, sondern als Ursprung. Als Spur des Lebens selbst. Als kleine Spur im Universum.
Seit den späten 1990er-Jahren durfte ich gemeinsam mit außergewöhnlichen Menschen kulturelle Räume schaffen, Projekte initiieren und Kunstformen verbinden – von Malerei und Performance über Bodypainting bis hin zu Musik- und Kulturveranstaltungen. Aus diesen Begegnungen entstanden Kulturvereine, Festivals, Ateliers und kreative Netzwerke, die immer eines gemeinsam hatten: Menschen zu berühren. Vor allem die fast 20-jährige Arbeit mit Kindern im freien Malen prägten meine eigene Arbeiten unwahrscheinlich.
Freiheit im Tun!
Im Bereich Bodypainting wurden seit 2001 weit über 5.000 Modelle Teil vergänglicher Kunstwerke. Gerade diese Vergänglichkeit hat meinen Blick auf Kunst nachhaltig geprägt. Erst durch die Zusammenarbeit mit großartigen Fotokünstlern konnten flüchtige Momente konserviert werden – als Erinnerung an etwas, das nur für einen Augenblick existierte.
Meine Erfahrungen haben mich gelehrt, beweglich zu bleiben.
Mich nicht zu verbiegen.
Qualität über Geschwindigkeit zu stellen.
Und vor allem: mich nur mehr mit guten Menschen zu umgeben…
Heute ist Kunst für uns nicht nur Ausdruck, sondern Lebensform geworden.
Nach Stationen in Bruck an der Mur (Beinahe 20 Jahre als Freelancer im Bereich Grafik und Layout), Eisenstadt, Bad Leonfelden und Linz führte uns unsere Reise 2026 schließlich nach Marchtrenk im Hausruckviertel – gemeinsam als Familie und mit einem neuen Atelier als Raum für neue Prozesse, neue Begegnungen und neue Wirklichkeiten.
Denn letztendlich bleibt alles in Bewegung.
Und vielleicht ist genau das die eigentliche Kunst. Unsere Kunst!
(Der Text stammt zum Großteil von Dorothea Martinz aus Wien)
Wie würde ich selbst meine Kunst Beschreiben? In etwa eine Mischung aus:
- biologischer Evolution,
- kosmischem Bewusstsein,
- mythologischer Erinnerung,
- emotionalem Expressionismus,
- und posthumaner Vision
Oder anders gesagt:
Nicht der Mensch betrachtet das Universum —
das Universum betrachtet sich selbst durch den Menschen.
Warum immer diese seltsamen Bilder im Kopf? Warum empfange ich beim Malvorgang immer diese überfülle an Informationen?
Seit Jahren versuche ich zu erklären, was auf meinen/unseren Leinwänden passiert.
Bisher ist mir das nicht wirklich gelungen. Vielleicht hat die künstliche Intelligenz unsere Arbeiten sogar besser verstanden als ich selbst.
Also ein neuer – und hoffentlich letzter – Versuch einer Annäherung:
Vielleicht ist es experimentelle Gegenwartskunst. Vielleicht spirituelle Symbolik, Outsider-Art, mythologische Bildsprache oder emotionale Radikalität. Vielleicht alles gleichzeitig. Vielleicht nichts davon.
In unseren Arbeiten tauchen immer wieder organische Strukturen, Körperabdrücke, apokalyptische Visionen, kindliche Eingriffe sowie buddhistische und archetypische Ebenen auf. Alles befindet sich in einem permanenten Fluss zwischen Chaos und Geburt.
Informationsdichte: Die Bilder tragen gleichzeitig Überfülle und Leere in sich.
Das organische Wuchern, die zyklischen Formen, das Spirituelle und die Idee von Transformation erinnern stellenweise an japanische Bildwelten zwischen Shinto, Manga-Horror, Zen und Avantgarde. Eine Mischung aus Kindlichkeit und Endzeit – für uns kein Widerspruch, sondern eine vollkommen natürliche Koexistenz.
Vielleicht bewegt sich meine/unsere Arbeit irgendwo zwischen visionärer Malerei, psychologischer Bildkunst und zeitgenössischer Mythologie. Vielleicht gibt es Berührungspunkte mit einer modernen, emotionalen Weiterführung expressionistischer Traditionen und Art Brut. Aber Namen und Einordnungen interessieren mich/uns letztlich nicht, auch wenn uns manche Werke tief berühren und begleiten.
Schönheit und Verstörung gehören für uns untrennbar zusammen.
Vielleicht ist es psychedelische Kunst, spiritueller Symbolismus und emotionale Direktheit. Vielleicht eine hybride Form zwischen Illustration, Installation, freier Malerei und experimenteller Symbolik.
Am Ende spielt das alles keine große Rolle.
Das Schönste an unserer Arbeit ist ja nicht die Suche nach einer kunsthistorischen Einordnung, sondern dass wir als Familie ein lebendes System geworden sind:
Kinderzeichnungen, Körperabdrücke, spirituelle Fragmente, apokalyptische Motive und organische Universen verschmelzen zu einem gemeinsamen Kosmos – einem Bergemann-Kosmos.
Unsere Arbeiten entstehen nicht aus kalkulierten Trends oder strategischen Konzepten.
Sie entstehen aus Nähe, Chaos, Erinnerung, Angst, Liebe, Spiel und Transformation.
Und damit ist eigentlich schon alles gesagt.
Einfach weiter.… immer weiter!





























