Vor zwei Jahren wurden wir von der Betreiberfamilie Berisha eingeladen, die Wände ihres damals neuen Lokals „The Roots“ künstlerisch zu gestalten. Entstanden ist ein edler Blütentraum, den wir freihändig über viele Tage hinweg direkt auf die großen Wandflächen gebracht haben – mit viel Hingabe, Farbe und Freude am gemeinsamen Schaffen.
Nach zwei Jahren war es nun Zeit für eine behutsame Weiterentwicklung des Gesamtkonzepts. Kleine Zweige des Magnolienbaumes wurden durch ein neues zentrales Gemälde ersetzt, bestehende Bereiche aufgefrischt und auch die WC-Räumlichkeiten neu gestaltet.
Gerade im Damen-WC durften wir dabei wieder erleben, wie unterschiedlich Kunst wahrgenommen wird – selbst dann, wenn man sich an vorher besprochene Vorstellungen hält. So entstand nach einer sehr langen Nachtschicht kurzerhand noch einmal ein völlig neues Farbkonzept. Aus warmen Brauntönen wurden frische Grüntöne – und im Nachhinein betrachtet war genau dieser spontane Wandel auch wieder Teil des kreativen Prozesses 🙂 (siehe Fotos).
Was uns diese intensiven Tage und Nächte vor allem gezeigt haben: Wir können’s immer noch. Wenn wir gemeinsam arbeiten, funktionieren wir unglaublich schnell, harmonisch und intuitiv miteinander. Selbst mit wenig Schlaf, viel Organisation und drei Kindern im Hintergrund schaffen wir es immer wieder, etwas Besonderes entstehen zu lassen. Danke an dieser Stelle auch an Oma und Opa für die Unterstützung!
Neben der künstlerischen Arbeit haben wir aus diesem Projekt aber auch persönlich einiges mitgenommen. Solche Erfahrungen bringen einen automatisch dazu, über die Balance zwischen kreativem Freundschaftsdienst, künstlerischer Freiheit und klaren Rahmenbedingungen nachzudenken.
Denn gerade bei kreativen Prozessen treffen oft viele unterschiedliche Vorstellungen aufeinander. Was für die eine Person perfekt passt, sieht jemand anderes wieder ganz anders. Und wenn viele Ideen gleichzeitig zusammenkommen, wird es manchmal schwierig, den ursprünglichen künstlerischen Fluss beizubehalten. Das gehört vermutlich einfach dazu – sowohl in der Kunst als auch im Leben.
Für uns war dieses Projekt deshalb auch eine schöne Erinnerung daran, wie wichtig klare Kommunikation und gegenseitige Wertschätzung sind – besonders dann, wenn man mit Herzblut arbeitet und persönliche Beziehungen eine Rolle spielen.
Denn eines haben wir in den letzten Jahren definitiv gelernt: Künstlerische Arbeit besteht nicht nur aus Farbe auf Wänden, sondern auch aus Zeit, Energie, Erfahrung und Gefühl. Und oft ist ehrliche Wertschätzung dabei die schönste Form der Anerkennung.
Vielleicht auch ein Grund, warum wir unsere Kunst nie ausschließlich unter wirtschaftlichem Druck ausüben wollten. Die kreative Freiheit – das tun zu können, was sich wirklich richtig anfühlt – ist für uns zu einem der wichtigsten Werte geworden. Genau deshalb genießen wir es heute umso mehr, Kunst aus echter Leidenschaft entstehen zu lassen.
Und trotzdem bleibt die Freude daran riesengroß, Räume zu verwandeln, Atmosphären zu erschaffen und Menschen mit unserer Kunst zu berühren.
Wer also Lust hat, uns einmal an die eigenen Wände zu lassen – wir freuen uns immer über spannende Projekte und neue Begegnungen 🙂
Cheers
eure Bergemann’s
Kurzvideo: https://www.instagram.com/p/C-2wRO0t0Jt































