„Pimmelfrühling“ passt doch gerade, oder?

Dieses Bild trägt den Titel „Pimmelfrühling“ – und ja, der Name verrät bereits, dass man hier unbedingt mit einem Augenzwinkern hinschauen darf.

Auf den ersten Blick erkennt man in den Formen sehr deutlich weibliche und männliche Geschlechtsorgane. Doch genau darum geht es eigentlich nicht. Für mich sind diese Formen keine anatomischen Darstellungen, sondern Symbole für etwas viel Größeres: für Fruchtbarkeit, Wachstum, Entstehung und die unaufhaltsame Kraft des Lebens.

Während des Malens begannen sich die Formen wie von selbst zu entwickeln. Aus Linien wurden Pflanzen, aus Pflanzen wurden Blüten, aus Blüten wurden Samen. Irgendwann entstand eine Welt, in der sich alles miteinander verbindet. Die organischen Formen erinnern an Blumenkelche, Knospen, Samenstände oder Früchte, die kurz davor sind, ihre Energie an die Welt weiterzugeben.

Das Bild feiert die schöpferische Kraft der Natur. Es erinnert daran, dass alles Leben aus Begegnung entsteht, aus Verbindung, aus dem Zusammenspiel von weiblichen und männlichen Prinzipien. Dabei geht es nicht um Erotik, sondern um den ewigen Kreislauf des Werdens.

Die leuchtenden Farben, die spiralförmigen Bewegungen und die unzähligen kleinen Punkte wirken wie Pollen, Sporen oder Samen, die durch den Raum schweben und neues Leben hervorbringen. Wie so oft in meinen Arbeiten taucht auch hier die Idee auf, dass das Leben immer einen Weg findet. Es breitet sich aus, wächst, verwandelt sich und erschafft immer wieder neue Formen.

Der Titel „Pimmelfrühling“ nimmt dieser großen Symbolik bewusst etwas von ihrer Schwere. Er bringt Humor in ein Thema, das oft zu ernst betrachtet wird. Denn Fruchtbarkeit, Sexualität und Schöpfung gehören zum Leben wie der Frühling nach dem Winter.

So ist dieses Bild für mich ein farbenfrohes Fest des Lebens – verspielt, humorvoll und gleichzeitig voller Respekt vor jener Kraft, die seit Milliarden von Jahren alles wachsen, blühen und entstehen lässt.

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