Für meine Tochter Lilith Fae.

Lilith ist für mich keine altertümliche dämonische Gestalt, vielmehr eine Hoffnung an die Zukunft einer selbstbestimmten Weiblichkeit an sich…

Gedanken zum Bild „Lilith und der Nachtwind“ (Das noch nicht vollendet ist)

Dieses Werk entfaltet sich wie eine Vision zwischen Mythos und innerem Kosmos – eine Erscheinung, die zugleich archaisch aber auch zutiefst gegenwärtig wirkt.

Im Zentrum ruht eine beinahe ikonische Gestalt, deren Gesicht eine stille, fast überirdische Ruhe ausstrahlt. Doch diese Ruhe ist trügerisch: Sie ist umgeben von einem eruptiven Geflecht aus Flammen, Linien und tentakelartigen Formen, die wie lebendige Energien unseres Universums pulsieren.

Die Komposition oszilliert zwischen Kontrolle und Auflösung.

Die zentrale Figur scheint aus der Dunkelheit heraus geboren, ihr Körper ist wie eine schon fast zerfallene alte Steinfigur fragmentiert und durch ornamental wirkende Strukturen, die an Rüstungen, Schuppen oder sakrale Gewänder erinnern ergänzt. Goldene und bernsteinfarbene Lichter durchziehen die Oberfläche wie flüssiges Feuer – sie verleihen dem Werk eine fast alchemistische Qualität, als würde hier Materie in Geist transformiert werden.

Besonders eindringlich ist das Zusammenspiel von Bewegung und Stillstand: Während das Antlitz in sich gekehrt bleibt und starr blickt, windet sich die umgebende Formensprache in einem ekstatischen Tanz. Die tentakelartigen Elemente des Nachtwindes greifen in den Raum, verbinden, umschlingen, scheinen zu suchen oder zu verschlingen.

Es entsteht ein Spannungsfeld zwischen Schutz und Bedrohung, zwischen Umarmung und Vereinnahmung.

Feine, fast kalligrafische Linien und punktuelle Lichtreflexe wirken wie kosmische Partikel oder Tränen – Spuren eines inneren Geschehens, das sich nicht vollständig artikulieren lässt. Spirituelle Transformation – das Durchschreiten von Dunkelheit bis hin zu Erkenntnis, ohne dabei eine eindeutige Erzählung preiszugeben. Das bleibt jedem Betrachter selbst überlassen.

In seiner Gesamtheit ist dieses Bild weniger ein scheinbar statisches Objekt, als vielmehr ein energetisches Feld – eine visuelle Meditation über die Identität der Weiblichkeit, einer Verwandlung und die Durchlässigkeit zwischen Innen- und Außenwelt. Es fordert den Betrachtenden nicht nur zum Sehen, sondern zum Eintauchen auf, als würde man selbst Teil dieses fließenden, glühenden Geflechts werden.

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