„Ready to fly, because I am allowed to.“ (Noch in Arbeit)

Dieses Werk ist für mich eines der persönlichsten Bilder, die wir gemeinsam erschaffen haben. Die Grundlage dafür ist wieder mein eigener Körperabdruck. Viele unserer Werke entstehen aus echten Spuren meines Körpers, doch hier wurde daraus mehr als nur eine Form oder Silhouette. Für mich wurde daraus ein Wesen zwischen Mensch, Natur und Seele.

Ich sehe diese Figur wie eine Schamanin oder eine gute Hexe – nicht im dunklen Sinn, sondern als Sinnbild weiblicher Urkraft. Der Körper besteht nicht mehr nur aus Haut und Anatomie. Alles wächst ineinander: Pflanzen, Erinnerungen, Emotionen, Gedanken und Leben selbst. Genau das liebe ich an Christians Arbeiten – dass Grenzen verschwinden und alles miteinander verbunden wird.

Die Flügel spielen für mich eine ganz besondere Rolle. Sie hängen noch nach unten, sie schlafen fast noch. Die Figur fliegt noch nicht. Aber sie könnte es jederzeit. Und genau darum geht es eigentlich: um diesen Moment kurz davor, wenn man erkennt, dass man bereit ist, sich selbst zu erlauben zu leben, sichtbar zu sein und frei zu sein.

Deshalb steht auch der Satz im Raum:
„It is ready to fly, because I am allowed to.“

Für mich bedeutet das, dass wir oft vergessen, dass wir uns selbst die Erlaubnis geben müssen, glücklich zu sein, kreativ zu sein oder unseren eigenen Weg zu gehen. Viele Menschen besitzen ihre Flügel bereits, aber sie benutzen sie nie.

Im echten Leben trage ich ein Tattoo um meinen Hals mit dem Satz:
„Die Realität folgt deinen Gedanken.“

Und genau das steckt auch in diesem Bild. Alles, was man hier sieht, wirkt wie aus Gedanken geboren. Gefühle werden zu Pflanzen, Erinnerungen werden zu Farben und Energie wird zu einer eigenen Welt. Für mich zeigt das Werk, wie stark unsere innere Realität eigentlich ist und wie sehr sie das formt, was wir später im Außen erleben.

Besonders wichtig sind mir die drei Blüten, die aus meiner Körpermitte wachsen. Sie stehen für meine drei Kinder. Sie wachsen direkt aus meinem Zentrum heraus, weil sie ein Teil meines Wesens sind. Nicht als Last, sondern als etwas Wunderschönes, das aus Liebe entstanden ist.

Auch das starke Grün, das fast alles überwuchert, fühlt sich für mich lebendig an. Es erinnert mich daran, dass sich Leben immer ausbreitet, egal wie dunkel oder chaotisch etwas zuerst erscheint. Die fremden Schriftzeichen wirken dabei wie Fragmente einer alten Sprache – vielleicht einer Sprache des Universums, die wir eigentlich tief in uns noch verstehen könnten.

Für mich erzählt dieses Bild davon, dass jede Frau Flügel besitzt.
Aber die wenigsten erlauben sich wirklich, mit ihnen zu fliegen.

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